Integrationspreis der Regierung der Oberpfalz

Die Initiative „Integration SAD“ hat 2018 den Integrationspreis der Regierung der Oberpfalz erhalten. Regierungspräsident Axel Bartelt dankte bei der Verleihung am 10.10.2018 vor allem all den Ehrenamtlichen, die sich so zahlreich im Landkreis Schwandorf engagieren. Er lobte die Vielfalt der Projekte, die an Menschen gerichtet sind, bei denen staatliche Maßnahmen (noch) nicht oder nicht ausreichend greifen. Unterstützer*innen und Helfer*innen waren herzlich eingeladen und wir nahmen zahlreich an der Preisverleihung teil. Mitarbeiter*innen von EMMA, aus den Projekten, aus dem Kreise der ehrenamtlichen Helfer*innen und Förderer der Initiative.

Projektstart im Landkreis

Mit Schulbeginn im September 2018 haben im Landkreis Schwandorf einige Projekte wieder begonnen:

Deutsch für Mütter in Nabburg, Pfreimd und 2 x in Schwandorf (Neunburg ist angegliedert an ein vom Innenministerium gefördertes Projekt „Arabisch Catering“ und endet im März 2019):
Sprachschulung, Wertebildung, Empathie und Selbstbestimmung sind die Pfeiler dieses Projektes. Die Rahmenbedingungen sind zugeschnitten auf die sozialen, kulturellen, familiären und infrastrukturellen Möglichkeiten der Frauen und Familien. In vier Städten finden die Kurse bereits mit sehr großem Erfolg statt. Selbstbewusstsein entsteht, Auto-Führerscheine werden gemacht, der erste offizielle Sprachtest A1 findet im Juli 2018 für 20% der Frauen statt und einige der Frauen fragen nach Arbeit – bereits nach so kurzer Zeit.
Die im Landkreis Schwandorf teilnehmenden Frauen kommen aus Syrien, Rumänien, Äthiopien, Eritrea, Bulgarien, Kolumbien, Kasachstan, Thailand und anderen Ländern. Es wird davon auszugehen sein, dass diese Frauen das Gelernte nicht nur im Emanzipierungsprozess selbst nutzen können, sondern insbesondere auch ihren Kindern vermitteln werden, denen dadurch wiederum ein erleichterter Zugang in das gesamtgellschaftiche Leben ermöglicht wird.

Lernförderung für Kinder in Hort, Gemeischaftsunterkünften und Schule: Referent*innen und Ehrenamtliche unterstützen beim Lesen, Schreiben und Rechnen. Hauptsächlich neu zugewanderte Kinder haben es sehr schwer, den Klassenanschluss zu schaffen – aber wir schicken auch Kinder ohne Migrationshintergrund nicht weg, die Hilfe benötigen. Einrichtungen und Schulen sind gleichermaßen dankbar für diese Chance – für die Kinder!

 

Projekt: Frieden stiften an Schulen

Die sozialen Netzwerke sind voll mit emotionalen Bildern, Behauptungen, Hetzkampagnen und nicht zuletzt Unwahrheiten. Die Medien berichten vor allem über „Schlagzeilen-Geschichten“ – ob positiv oder negativ. Soziale Netzwerke und TV sind die Medien, die uns ständig erreichen. Informationen gelangen schnell und einfach zu uns. Was glaubt man? Was ist wahr? Was berührt uns? Was klingt schlüssig? Wir alle sind verunsichert.

Wir möchten Fragen beantwortet, Einblicke in das Leben von Geflüchteten geben, zum Nachdenken anregen, Kontaktängste nehmen und vor allem die hochkochenden Emotionen beruhigen. In Deutschland leben Geflüchtete und MigrantInnen. Das ist eine Tatsache unserer Zeit. Doch wie gehe ich damit um? Ist es nicht selbstverständlich, dass wir alle in Sicherheit und glücklich leben wollen?

Eine Gruppe von ca. 8 bis 12 Geflüchteten besucht zusammen mit Elke Reinhart und Michael Widtmann (Realschullehrer) Schulen (9./10. Klassen) und stellt sich den Fragen der SchülerInnen. Am 05.07.2018 besuchen wir die 4. Schule und freuen uns schon heute auf den Projekttag! Die Fragen der Jugendlichen sind sehr authentisch und die Antworten ehrlich und direkt. Für uns ist das Wichtigste an dem Projekt – neben der Klarstellung vieler Vorurteile –  dass Schüler lernen, es gibt nicht nur Schwarz und Weiss, nicht nur Ja und Nein. Auf jede Frage gibt es unterschiedlichste Antworten. Pauschalisieren verschlimmert. Die Resonanzen aus allen Schulen waren bis dato durchwegs positiv und viele der SchülerInnen bedankten sich, nun viel mehr zu wissen …

Melden Sie sich – wir kommen gerne auch an Ihre Schule um „Frieden zu stiften“ …

 

EMMA – „Einfach Mode Mehrmals Anzieh’n!“ – kommt nach Schwandorf

Das Erfolgsmodell aus Neunburg vorm Wald wird am 15. Juni 2018 in Schwandorf eröffnen. Es ist ein Kleiderladen für Bedürftige, geöffnet für die gesamte Bevölkerung, ein Ort an dem lebendige Integration stattfindet. Soziale und kulturelle Begegnungen quer durch alle Generationen. IntegrationSAD hilft mit Rat und Tat und gibt finanzielle Sicherheit für das erste Jahr.
Alleine bei der Einrichtung der Räumlichkeiten in der Breitestraße 6 waren 40 ehrenamtliche Helfer am putzen, tragen, fahren, schrauben, hängen, bügeln … Langfristig braucht es viele Ehrenamtliche, die das Projekt EMMA tragen. Der gemeinnützige Verein EMMA wurde von Rotariern des RC Oberpfälzer Wald gegründet.
Presseberichte Mittelbayerische Zeitung, Der Neue Tag und Rundschau – Mai 2018
      

Lernförderung und Sport für Kinder

Auch an den Schulen im Landkreis Schwandorf sind Kinder mit Förderbedarf – manche aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse . Wir haben begonnen, da zu helfen, wo dringender Bedarf ist. Zum einen gibt es sogenannte „Ü-Klassen“. In diesen Klassen sind Kinder mit Migrationshintergrund. Andere Schulen haben ergänzenden Deutschunterricht für diese Kinder. In beiden Fällen gibt es vor allem das Problem, dass immer wieder neue Kinder dazukommen. Die Lehrkräfte stehen vor einer Klasse mit unterschiedlichsten Sprachniveaus. Hier helfen wir. Wir unterstützen mit sogenannten Drittkräften während des Unterrichts. Alphabetisierung und gezielte Förderung um den Klassenstand zu erreichen. Aktuell sind wir mit diesem Projekt in Schwandorf und Oberviechtach. Eine weitere Förderung ist „Lesen, Schreiben, Rechnen“ für die Kinder im Hort Neunburg vorm Wald und Pfreimd. Die ErzieherInnen bieten die Hausaufgabenbetreuung an, aber manche Kinder tun sich sehr schwer, den Themen generell zu folgen. Unsere Helfer unterstützen mit Lese- und Schreib-Übungen und beim Rechnen. Auch hier ist die Herkunft der Kinder irrelevant. Jedes Kind, das Förderbedarf hat, ist herzlich willkommen.

Ein zweites Thema, die Kinder betreffend, ist die Integration durch Sport. Wir helfen gerne, dass die Kinder den Weg in die Vereine finden. Unsere Gesellschaft und Freizeitgestaltung lebt von der Vereinswelt. Es muss natürlich nicht zwingend Sport sein, auch Musik, Feuerwehren usw. stehen hoch im Kurs 😉

Deutsch für Mütter im Landkreis Schwandorf

Wir haben im Juni 2017 in Neunburg vorm Wald angefangen, Sprachkurse mit Kinderbetreuung für Mütter anzubieten. Das Konzept geht auf, alle Beteiligten sind motiviert, engagiert und lernen gut deutsch. Durch die heterogenen Gruppen entstehen großartige Dynamiken. Das Selbstbewußtsein wächst, Integration wird gefördert und die Sprache Schritt für Schritt verbessert. Aktuell sind in unseren Kursen im Landkreis Schwandorf (Schwandorf, Neunburg vorm Wald, Nabburg und Pfreimd) 47 Frauen! Diese Mütter haben insgesamt über 125 Kinder!

Die Herkunft der Frauen ist dank Integration SAD irrelevant. Jede Mutter, die deutsch lernen möchte ist herzlich willkommen – egal ob Geflüchtete oder EU-Bürgerinnen. Wer hier lebt muss die Chance erhalten, unsere Sprache zu erlernen, sonst wird Teilhabe fast unmöglich.

Arbeit & Ausbildungsplätze

Integration SAD hilft Unternehmen und Flüchtlingen gleichermaßen, dass sie zusammenfinden. Praktika und Probearbeiten: Unterstützung beim ersten Kontakt, Hilfe bei Fragen rund um das Thema „Integration in Arbeit“.  Möglichkeiten der Förderung für Unternehmen – Einstiegsqualifizierung für Auszubildende … und vieles mehr!

Immer wieder enden Integrations- und Sprachkurse im Landkreis Schwandorf. Mit Abschluss verschiedener Sprachniveaus suchen Flüchtlinge Arbeit. Ein Koch kann aber nicht malern und ein LKW-Fahrer nicht kochen. Fähigkeiten und Fertigkeiten müssen passen … wir helfen gerne.

Junge Menschen sind nun auf dem sprachlichen Niveau, Ausbildungen antreten zu können. Viele tun dies bereits erfolgreich.

Integration SAD begleitet und unterstützt.

Dieser Aufruf geht an Unternehmen und Flüchtlinge gleichermaßen:

TRAUEN SIE SICH!

Melden Sie sich bitte bei uns, eine erste Information ist noch keine Verpflichtung – für niemanden.

 

Drei Projekte für Schwandorf

In Schwandorf konnten Anfang November 2017 gleich drei Projekte starten:

„Deutschland Allgemein“ – ein tolles Projekt für die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Schwandorf

Hier wird gesprochen,  geübt, gelacht, gebastelt, gekocht … und vor allem informiert über wichtige Themen des deutschen Alltags. Der 10-wöchige Kurs ist an alle Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft gerichtet. Die Kursleiterin Renate Raab-Postler ist eine sehr engagierte Schwandorferin, die sich seit Jahren mit viel Liebe und Herzlichkeit um die Bewohner in der Gemeinschaftsunterkunft kümmert.

„Deutsch für Mütter“ 

In Schwandorf werden 11 Mütter unterrichtet und 12 Kinder währenddessen betreut. Wie alle unsere „Deutsch für Mütter“-Kurse gibt es an drei Tagen pro Woche je 2 x60 Minuten Deutschunterricht. Mitmachen können alle Mütter, die keinen Zugang zu einem offiziellen Integrationskurs haben. Egal welcher Herkunft! Ende März 2018 endet der Kurs … aber es ist eine Weiterführung ab Mai 2018 geplant!

Förderprojekt für Mittelschulkinder mit Migrationshintergrund

Sowohl vormittags in der Kreuzberg Mittelschule als auch am Nachmittag in der Mittelschule Dachelhofen – wir unterstützen! In den sogenannten Ü-Klassen (für Kinder mit Migrationshintergrund) helfen wir während des Unterrichts, die „schwächsten“ zu fördern. Es kommen immer wieder neue Kinder nach Deutschland, die keinerlei Deutsch sprechen, aber aufgrund ihres Alters in bestimmte Klassen kommen. Hier unterstützen wir, dass sie eine Chance haben. Andere Kinder gehen in „Regelklassen“ – hier auch je nach Alter eben in eine 5. oder 7. Klasse, auch wenn keinerlei Deutsch- und Englischkenntnisse vorhanden sind. Wir geben nachmittags Nachhilfe und unterstützen bei den Hausaufgaben.

 

 

Deutsch für Mütter | Nabburg

Am 17.10.2017 konnte nun auch „Deutsch für Mütter“ in Nabburg starten.

Dank dem ehrenamtlichen Einsatz des Helferkreises um Dagmar Lihring wurde sehr schnell eine herzliche Gruppe gefunden. Mit der erfahrenen Lehrerin Angelika Ziegler, der Kinderbetreuung durch Gowri Lokarasa und Rikki Shell sind alle TeilnehmerInnen in besten Händen. Gestartet hat der Kurs mit 8 Müttern und 7 Kindern. In der zweiten Woche brachte eine griechische Teilnehmerin gleich noch eine Mutter mit, die auch dringend Deutsch lernen möchte.

Alle beteiligten Frauen sind sehr glücklich über diese Möglichkeit an einem Sprachkurs teilzunehmen.
Beim Pressetermin dankte Bürgermeister Armin Schärtl der Initiative „Integration SAD“ für dieses Projekt. Michael Horsch (RC Schwandorf), Axel Jakobitz (RT Schwandorf) und Reinhard Amann (RC Oberpfälzer Wald) berichteten über die Idee der Initiative. Alle Anwesenden waren sich einig: Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration.

Der Neue Tag am 25.10.2017

Siehe auch: Deutsch für Mütter | Neunburg vorm Wald

Integration in Schönsee

Norbert Antes gibt seit langem  ehrenamtlich Sprachunterricht in Schönsee. Seine Frau gibt Nachhilfe für die Kinder. In Schönsee leben derzeit 3 große Flüchtlingsfamilien. Jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr trifft man sich im „Hutscha-Haus“ und mit Lernbüchern und Sprach-CDs wird fleißig deutsch gelernt.

Die Zusammensetzung der Sprachgruppe ändert sich immer wieder durch Umzug, Umverteilung oder Anerkennung. Aktuell sind in der Lerngruppe ein Mann aus Äthiopien und eine Frau aus Tschetschenien. Ein weiterer Asylbewerber aus dem Irak erhielt seine Anerkennung und besucht nun einen offiziellen Integrationskurs in Schwandorf. Zwei weitere „Schüler“ kommen aus Eslarn: Eine Frau aus Brasilien, die schon länger in Deutschland lebt, aber besser deutsch sprechen möchte. Und dann ist da noch Pater Dr. Beatus Urassa aus Tansania. Er ist seit Dezember 2016 in Eslarn und nutzt diese Möglichkeit die Sprache zu erlernen.

Das Foto entstand zum Ende des Unterrichts. Nach dem Kurs wird noch die Lesung oder Predigt geübt …

Wir danken Familie Antes herzlich für ihren ehrenamtlichen Einsatz und unterstützen sie auch weiterhin mit Rat und Tat!

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